„Ich setze alles dran die Aufnahme zu schaffen“

 

Als Eiskunstläuferin hat sich die Stephanskirchnerin Eva Balduzzi schon einen guten Namen gemacht. Im letzten November stand ein wichtiger Wettkampf auf ihrer Agenda. Nominiert als eine von nur wenigen Deutschen für die internationale Autumn Trophy in Dortmund sollte die 15-Jährige für die Aufnahme in den Bundeskader kämpfen. Corona hat es unmöglich gemacht. Aber als Teil des Landeskaders darf sie trotz Pandemie für ihren Traum weiter trainieren. Zeit für ein Interview.

Eva Balduzzi

 

Dein Vater ist ein guter Basketball-Spieler gewesen und spielt immer noch erfolgreich. Wie bist du zum Eiskunstlauf gekommen?

Mein Papa hat mich einmal zu einem Trainingsprogramm gebracht, weil ich so viel Energie hatte. Ich war 3 oder 4 Jahre alt. Ich hatte schon Kinderturnen aber noch keinen Sport im Verein gemacht. Das hat mir so gut gefallen, dass ich dabei geblieben bin.

Du bist bei zwei Vereinen angemeldet. Wie ist das organisiert?

Ich bin im SV Pang und EC Regensburg. Ich habe das Startrecht für Regensburg aber ich darf auch in Rosenheim trainieren. Früher war ich nur im SV Pang aber wir hatten lange Zeit keinen A-Trainer mehr und es waren schlechte Eis-Zeiten. Seit letztem Jahr habe ich das Startrecht für Regensburg, weil auch die Bundesnachwuchstrainerin dort angestellt ist. Außerdem gehen die Trainer auf Schulungen und wissen die Standards und Regelungen besser und sind besser involviert.

Das heißt aber, dass du viel pendeln musst. Kam nie die Überlegung nach Regensburg umzuziehen und zum Beispiel auf eine Sportschule zu gehen?

(Lächelt) Nein, weil ich hier meine Familie habe. Außerdem gefällt es mir ganz gut im Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium und ich habe auch noch die Leichtathletik. Es gäbe sowieso nur für Baseball ein Sportschule-Internat. Wir haben ein gutes Hotel gefunden, wo wir am Wochenende übernachten. 

 

 

Wie ist deine Eiskunstlauf-Woche in normalen Zeiten organisiert?

Wenn Schule ist, trainiere ich Montag und Dienstag in Rosenheim. Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag bin ich in Regensburg. Donnerstag ist mein freier Tag. In Rosenheim üben wir 2 Stunden auf dem Eis, manchmal auch mit Athletik. In Regensburg haben wir unter der Woche meistens 2 Stunden Eis und 3 Stunden am Wochenende. Sonst haben wir ganz normal Athletik und Ballett zwei Mal die Woche. Und im Jahr verteilt, wenn noch Stunden frei sind, haben wir Tanz- und Ausdruck-Training.

 

Und die Hausaufgaben machst du während der Fahrt im Auto…

(Lacht) Ja, da muss ich schauen aber es geht eigentlich ganz gut.

Kommt dir die Schule entgegen?

 

Wenn wir Mittwoch fahren wollen, werde ich zum Beispiel für Nachmittagsunterricht befreit. Freitag auch die letzte Stunde, weil die Trainingszeiten so früh sind. Wir haben um 14 Uhr Training. Mit 2 Stunden Fahrzeit wäre es sonst nicht zu schaffen.

Wie wichtig ist die Aufnahme in den Bundeskader für dich?

 

 

Mit den vielen Stunden, die ich reingesteckt habe, will ich das schon gerne erreichen. Natürlich versuche ich alles daran zu setzen, dass ich das schaffe. Für mich ist es das oberste Ziel, auch mit der Kürklasse 1. Das ist die letzte Prüfung im Eiskunstlaufen.

 

Nebenbei machst du auch noch Leichtathletik in Stephanskirchen. Hast du Ähnlichkeiten zum Eiskunstlaufen gefunden?

 

Ich bin zur Leichtathletik gegangen, weil viele mich gefragt haben, warum ich diesen Sport nicht mache. Ich hätte die Figur für einige der Disziplinen. Ein anderer Grund war, dass wir im Eiskunstlaufen über den Sommer fit bleiben müssen und Athletik-Tests haben. Ich war eigentlich immer ganz gut im athletischen Bereich und mir hat es immer ganz gut gefallen. Außerdem waren auch zwei Freundinnen von mir in Leichtathletik.

 

 

Hast du schon deine Lieblingsdisziplinen?

 

Ich mag ganz gerne Sprint, Hürden, Weitsprung, Hochsprung und Stabhochsprung.

 

 

In Leichtathletik schlägst du dich auch ganz gut. Letztes Jahr warst du 65. in der deutschen Bestenliste im Sprint/Sprung-Mehrkampf…

 

Natürlich bin ich noch nicht so gut in Leichtathletik wie im Eiskunstlaufen aber mir macht es Spaß. Beim Eiskunstlaufen ist es auch so, dass man früh sehr gut sein muss. In Leichtathletik, denke ich, kann man auch später noch viel dazu lernen und besser werden.

 

 

Ist es nicht zu schwer eine zweite Sportart zu treiben, wenn du schon so viel im Eiskunstlaufen trainierst?

 

Im Winter ist es natürlich schwer beides zu machen aber im Sommer ist Leichtathletik voll die gute Alternative.

 

 

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viele Erfolge in beiden Sportarten.

 

 

 

Das Interview wurde von Julien Bels, Eva’ s Übungsleiter Leichtathletik im SVS geführt.

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